Historische Obstsorten - Pflanzplan

20

Edelborsdorfer

Patenschaft: Slow Food, Convivium Nürnberg

ALLGEMEINES:
Der aus Sachsen stammende Edelborsdorfer wurde bereits 1561 von Valerius Cordus beschrieben. Als „Stolz der Deutschen“ gepriesen, war er um 1800 eine der am stärksten verbreiteten Sorten. Sein guter Geschmack wurde oft gelobt, so z. B. um 1800 vom Pomologen Diel: „Wer einmal einen 4 bis 6 jährigen Cyder von bloßem Borstorfer getrunken hat, wird wünschen, daß man doch die schlechten Rhein- und Mosel-, noch weit mehr aber die schlechten Frankenweine […] dagegen vertauschen könnte“. Als „Perstorfer“ wird die Sorte bereits 1804 für Weimersheim genannt. Heute ist der Edelborsdorfer fast ausgestorben.

Weitere Bezeichnungen: Edler Winterborsdorfer, Marschanzker.

FRUCHT: Gestalt: klein bis mittelgroß, plattrund oder abgestutzt kugelförmig. Schale: glatt, glänzend, erst wachsartig weißgelb, später goldgelb, sonnenseitig blutrot verwaschen; oft mit charakteristischen, erhabenen Warzen.

Fleisch: weiß, sehr fein, mit eigentümlichem, weinigem Zuckergeschmack, fein gewürzt.

REIFE: November, hält sich in abnehmender Qualität bis Februar.

VERWENDUNG: sehr wohlschmeckender Tafelapfel, auch als Wirtschaftsapfel sehr gut geeignet; kleine Früchte schmecken besser und feiner gewürzt.

BAUM: langsamer Wuchs, kommt spät in den Ertrag, wird sehr groß und alt; trägt meist nur alle zwei Jahre; der Baum hat hohe Standortansprüche.

HERKUNFT DES BAUMES: Weimersheim.

Obstarche - ein Projekt von:

Impressum