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Regionale Birnensorten

125 - Sommerblutbirne

Sommerblutbirne

Weitere Bezeichnungen: Sanguinole, Blutbirne (verkürzt, Name mehrdeutig).

Die Sommer-Blutbirne ist die bekannteste rotfleischige Birne. Sie entstand in Frankreich, wo sie schon 1675 verbreitet war. Obwohl noch in vielen Orten im Landkreis der Name „Blutbirne“ bekannt ist, konnte die Sorte aktuell nicht mehr aufgefunden werden. In Mittelfranken sind noch Bäume aus der Gegend um Rothenburg und Bad Windsheim bekannt.

Gestalt

mittelgroß, kreiselförmig bis rundlich.

Fleisch

weiß und blassrot marmoriert, um das Kernhaus intensiver gerötet, Geschmack süß, rosenartig.

Reife

Mitte bis Ende August.

Verwendung

frühe Tafelbirne zum Frischessen.

Baum

mittelgroß, fruchtbar, mit hängenden Ästen.

Herkunft

unbekannt.

126 - Große Schöne Jungfernbirne

Große Schöne Jungfernbirne

Früherer Name: AT Grüne Saftbirne (Trendel) bzw. AT Jungfernbirne.
Weitere Bezeichnungen: Schöne Jungfernbirne, La Belle Demoiselle, Gros certeau d’été, Große Sommerhonigbirne; Sommerhonigbirne, Glasbirne.

Die Sorte wurde mehrfach im südwestlichen Mittelfranken gefunden. Der entscheidende Hinweis zur Bestimmung stammt aus Obermögersheim, wo die Birne noch unter dem althergebrachten Namen Jungfernbirne bekannt war. Durch Literaturvergleich konnte die bisher völlig verschollene Sorte identifiziert werden. In den Landkreisen Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen konnten neun teils sehr alte, riesige Bäume dieser Sorte gefunden werden. Auch bei Coburg konnte ein Altbaum der Jungfernbirne identifiziert werden.
Ihre Herkunft ist unklar, aber sie stammt vermutlich wie viele Birnensorten aus Frankreich. Schon vor 1800 war sie jedoch in Deutschland verbreitet worden.

Frucht

klein bis mittelgroß, bauchig birnförmig, öfters auch kegel- bis eiförmig, Hälften meist ungleich; Grundfarbe gelbliches Grün, später gelbgrün, sonnenseits mit braunrötlicher Farbe angeflogen; Stiel am Ansatz fleischig oder durch Fleischbutz zur Seite gedrückt; Kelch oft mit Rostspuren, öfters auch Rostfiguren auf der Schale; ohne Geruch.

Fleisch

schneeweiß, vollsaftig, rauschend, süß weinsäuerlich müskiert.

Reife

Ende August bis Anfang September, muss vorreif gebrochen werden,
dann etwa zwei Wochen haltbar

Verwendung

Tafelbirne zweiten Ranges, aber vor allem Wirtschaftsbirne, besonders auch zum Dörren.

Baum

wird sehr groß und stark mit viel hängendem Holz, wird aber spät fruchtbar, dann jedoch mit regelmäßigem hohem Ertrag.

Herkunft

Trendel (105) bzw. Obermögersheim (135)

127 - Weiße Herbstbutterbirne

Weiße Herbstbutterbirne

Weitere Bezeichnungen: Franzbirne, Börlegris, Winterbörlegris, Birnblansch (in Franken), Beurré blanc.

Die uralte Sorte stammt aus Frankreich. Sie war bereits um 1860 in Franken überall bekannt und geschätzt. 1804 wurde sie für Weimersheim als „Planckbirne“ genannt. Auf manchen Standorten war die Fruchtqualität der anspruchsvollen Sorte jedoch unzureichend. Schon im 19. Jahrhundert wurde sie deshalb durch Diels Butterbirne ersetzt. In Franken ist derzeit nur ein Altbaum in einem Hausgarten in Markt Berolzheim bekannt.

Gestalt

konisch abgestumpft, veränderlich.

Fleisch

weiß und saftreich, butterhaft schmelzend, Geschmack eigentümlich gewürzt.

Reife

Oktober, leicht vorreif zu ernten, dann etwa 3 Wochen haltbar.

Verwendung

Köstliche Tafelfrucht, vorzüglich auch zum Dörren.

Baum

wächst lebhaft und wird mittelgroß, gedeiht in fast jeder Lage; Ertrag und Fruchtqualität etwas unberechenbar; an manchen Standorten schorfig.

Herkunft

Markt Berolzheim.

128 - Frühe Dörrbirne

Frühe Dörrbirne

Arbeitsname: Frühe Dörrbirne (Gundelsheim-Gnotzheim).

Von dieser sehr früh reifenden Sorte wurden im Landkreis bisher zwei Bäume aufgefunden. Die beiden Altbäume stehen in Gundelsheim a. d. Altmühl und im Pfarrgarten Gnotzheim. Mit hoher Wahrscheinlich¬keit handelt es sich um eine in Vergessenheit geratene historische Hauptsorte.

Gestalt

sehr klein, kreiselförmig.

Fleisch

sehr fest, grobzellig, wenig saftig, süß.

Reife

Anfang August.

Verwendung

Dörrbirne.

Baum

mittelstark wachsend.

Herkunft

Pfarrgarten Gnotzheim.

129 - Lange Grüne Wasserbirne

Lange Grüne Wasserbirne

Lokalname: Wasserbirne (in verschiedenen Dörfern des Altmühltals).

Von dieser Sorte sind im mittleren Altmühltal noch einige Vorkommen bekannt. Altbäume stehen z. B. in Bubenheim, Gundelshalm, Gundelsheim a. d. Altmühl und vor allem in Wach¬stein. Die saftreiche Birne gehört zur Gruppe der „Grünen Langbirnen“. Diese heißen auf Französisch „Verté longue“, woraus in freier fränkischer Übersetzung „Werdelang“ wurde, so etwa in einer Weimersheimer Chronik von 1804. Der korrekte pomologische Sortenname konnte bisher nicht ermittelt werden.

Gestalt

klein bis mittelgroß, birnförmig.

Fleisch

angenehm süßsäuerlich, saftig.

Reife

Mitte August bis Anfang September.

Verwendung

Mostbirne, früher wohl auch Tafelbirne.

Baum

stark wachsend, sehr alt werdend.

Herkunft

Gundelshalm.

130 - Trumbirne

Trumbirne

Früherer Name: AT Grüne Plumpbirne (Polsingen) bzw. AT Kugelbirne (Ettenstatt). Weitere Bezeichnungen: Drummbirne, Trummbirne.

Die Trumbirne ist eine sehr alte Sorte ungewisser Herkunft. Sie wurde bereits 1814 erwähnt und ist höchst wahrscheinlich eine der wenigen fränkischen Lokalsorten. Der Schwerpunkt ihrer Verbreitung liegt im westlichen und südwestlichen Franken. Im Landkreis Weißenburg- Gunzenhausen sind noch ## Altbäume bekannt. Seit vielen Generationen wurde die Sorte jedoch nicht mehr empfohlen und vermehrt.

Gestalt

mittelgroß, stumpf kegelförmig bis eiförmig-rundlich; Schale gelb mit leuchtender orangerot verwaschener Deckfarbe, zahlreiche Schalenpunkte

Fleisch

gelblichweiß, grobzellig, saftig, Geschmack süßsäuerlich, leicht adstringierend

Reife

Mitte bis Ende August, ca. zwei Wochen haltbar VERWENDUNG    sehr gute Mostbirne, auch Einmach- und Dörrbirne

Verwendung

Mostbirne, früher wohl auch Tafelbirne.

Baum

bildet sehr starke langlebige, gesunde Bäume mit auffällig dicken Langtrieben

Herkunft

Ettenstatt (074) bzw. Polsingen (095).

131 - Weiße Herbstbutterbirne

Weiße Herbstbutterbirne

Weitere Bezeichnungen: Franzbirne, Börlegris, Winterbörlegris, Birnblansch (in Franken), Beurré blanc.

Die uralte Sorte stammt aus Frankreich. Sie war bereits um 1860 in Franken überall bekannt und geschätzt. 1804 wurde sie für Weimersheim als „Planckbirne“ genannt. Auf manchen Standorten war die Fruchtqualität der anspruchsvollen Sorte jedoch unzureichend. Schon im 19. Jahrhundert wurde sie deshalb durch Diels Butterbirne ersetzt. In Franken ist derzeit nur ein Altbaum in einem Hausgarten in Markt Berolzheim bekannt.

Gestalt

konisch abgestumpft, veränderlich.

Fleisch

weiß und saftreich, butterhaft schmelzend, Geschmack eigentümlich gewürzt.

Reife

Oktober, leicht vorreif zu ernten, dann etwa 3 Wochen haltbar.

Verwendung

Köstliche Tafelfrucht, vorzüglich auch zum Dörren.

Baum

wächst lebhaft und wird mittelgroß, gedeiht in fast jeder Lage; Ertrag und Fruchtqualität etwas unberechenbar; an manchen Standorten schorfig.

Herkunft

Markt Berolzheim.

132 - Metzer Bratbirne

Metzer Bratbirne

Weitere Bezeichnungen: Carisi, Carisi blanc, Carisier (in Frankreich), Spitzbirne, Brunnenbirne (Österreich).

Die Metzer Bratbirne ist eine vorzügliche Mostbirne mit hohem Zuckergehalt. Der Zufallssämling stammt aus der Gegend von Metz in Lothringen. In den Pomologischen Monatsheften wurde die Sorte 1883 erstmals beschrieben. Früher war sie stark in der Normandie, aber auch in Württemberg und in Österreich verbreitet.
Heute ist sie ziemlich selten. Bei einer Umfrage in Bayern wurde sie nur aus fünf Landkreisen gemeldet. Der Herkunftsbaum ist derzeit der einzige bekannte Altbaum in Franken.

Frucht

klein bis mittelgroß, ei- bis breit birnförmig, gegen den Stiel stets etwas eingezogen

Gestalt

konisch abgestumpft, veränderlich.

Fleisch

gelblichweiß, festfleischig, grobkörnig, sehr saftreich und herbsüß mit hohem Gerbstoffgehalt.

Reife

Mitte Oktober, die Früchte fallen sukzessive und halten vier Wochen.

Verwendung

Mostbirne, speziell für Cider.

Baum

wächst anfangs stark und wird im Alter groß, bildet schöne Kronen, etwas sparrig und im Alter hochgewölbt; frühe, nicht empfindliche Blüte; bald und reich tragend; verlangt eher trockenen Boden, freie Lage und nicht zu kaltes Klima; wenig anfällig für Feuerbrand.

Herkunft

Wolfsmühle bei Hundsdorf.

133 - Deutsche Nationalbergamotte

Deutsche Nationalbergamotte

Weitere Bezeichnungen: Schöne und Gute, Belle et Bonne (Name mehrdeutig). Birne ohne Kerne, Siedenburger Butterbirne, Bergamotte d’Angleterre.

Die Sorte wurde bereits 1809 von Pfarrer Christ als „teutsche National-Bergamott“ beschrieben. Er bemerkt, die Sorte sei „aus einem, Kern entstanden“, aber über ihre genaue Herkunft findet sich bei ihm und auch später kein Hinweis. Im 19. Jahrhundert war sie in Bayern sehr verbreitet. Bei einer Ausstellung in München 1879 war sie als eine der häufigsten Birnensorten in den Sortimenten von 47 Ausstellern vorhanden.
Die relativ großfrüchtige Bergamotte ist heute sehr selten. Im Landkreis Weißenburg- Gunzenhausen ist nur noch ein alter Straßenbaum bei Reuth unter Neuhaus bekannt, nachdem ein weiterer Altbaum in Trendel 2009, kurz nach seiner Entdeckung, beseitigt wurde.

Gestalt

mittelgroß bis groß, bergamottenförmig, meist zu Stiel stumpfkreisel- förmig, selten käseförmig plattgedrückt; Stiel stark, ca. 35 mm lang, am Grund meist deutlich verdickt, manchmal mit Fleischnase; Kernhaus oft klein und unscheinbar mit sehr wenigen Samen

Fleisch

weiß, saftvoll, fast butterhaft schmelzend, von zuckerartigem Geschmack nach Bergamotten.

Reife

Mitte September bis Anfang Oktober, etwa vier Wochen haltbar (muss zum genau richtigen Zeit verbraucht werden, sonst mehlig)

Verwendung

Tafelbirne

Baum

mittelstark wachsend, Krone ausladend kugelförmig; braucht kräftigen, feuchten Boden, frostempfindlich; Blätter dicklich, zugespitzt, sehr lang mit langem Blattstiel.

Herkunft

Reuth unter Neuhaus.

134 - Englische Sommerbutterbirne

Englische Sommerbutterbirne

Weitere Bezeichnungen: Englische Butterbirne, Mandelbirne, Je länger je lieber, Beurré d’Angleterre, Beurré Amandé, Poire d’Amande.

Die Englische Sommerbutterbirne wurde bereits 1801 in der Würzburger „Pomona franconica“ abgebildet und auch der hessische Pomologe Diel beschreibt die Sorte kurz danach unter drei verschiedenen Namen. Vielleicht stammt sie wirklich aus England, doch ihr erster bekannter Name „Beurré d’Angleterre“ ist französisch und in alten englischen Katalogen fehlt die Sorte. Im 19. Jahrhundert wurde sie sehr oft empfohlen und sie war in mehreren Ländern Europas verbreitet.
In der historischen Literatur des 19. Jahrhunderts wurde die Sorte als identisch mit dem Lammerwäsele, einer westmittelfränkischen Lokalsorte, betrachtet. Nachdem auch diese Sorte noch heute im Gebiet Bad Windsheim-Uffenheim noch existiert, ist diese Gleichsetzung definitiv falsch.

Gestalt

mittelgroß, schlank birnförmig, 7-8 cm lang und 5-6 cm breit; um den Kelch halbkugelförmig abgerundet; Stiel 2-3 cm lang, gleichmäßig in die Frucht übergehend; Kelch steif, offen, hervorstehend, oft fehlend

Fleisch

weiß, fein, überfließend vor Saft, butterhaft schmelzend, mit ausgezeichnetem rosen- oder zuckerartigem Geschmack

Reife

Mitte bis Ende August, vor der Reife zu ernten, da sonst zu schnell teig, hält sich dann etwa 14 Tage

Verwendung

Tafelbirne

Baum

wächst auf Wildling-Hochstämmen kräftig und stark mit hochgewölbter Krone, wird allerdings nur mittelgroß, erfordert warmen und etwas feuchten Boden

Herkunft

Obermögersheim

135 - Feuchtwanger Butterbirne

Feuchtwanger Butterbirne

Weitere Bezeichnungen: Feuchtwanger Winterbirne.

Die Sorte entstand in Feuchtwangen. Vor dem dortigen Krankenhaus stand noch vor wenigen Jahrzehnten der Urbaum. Durch die Baumschule Triesdorf wurde die Sorte seit 1930 stark verbreitet. Als robuste Streuobstsorte wird die Sorte seit langem gerne gepflanzt.

Gestalt

mittelgroß bis groß, stumpfkreisel- bis birnenförmig.

Fleisch

gelblichweiß, saftig, butterhaft schmelzend.sen- oder zuckerartigem Geschmack

Reife

Ende Oktober, haltbar bis Mitte Dezember.

Verwendung

Tafelbirne (keine Winterbirne, nur kurze Zeit haltbar).

Baum

verlangt guten Boden, mittelstark wachsend, robuste Sorte.

Herkunft

Buchleite oberhalb von Markt Berolzheim.

136 - Russelet aus Reims

Russelet aus Reims

Früherer Name: AT Zuckerbirne (Ottmarsfeld). Weitere Bezeichnungen: .

Die „Rousselet de Rheims“ ist für die Franzosen eine Nationalfrucht. Sie spielt damit eine ähnliche Rolle als wie für die Deutschen früher der Edelborsdorfer. Die „Franzosenbirn“, wie sie früher oft genannt wurde, beschrieb bereits 1779 der Würzburger Hofgärtner Mayer in seiner „Pomona franconica“. In Frankreich war die Sorte jedoch mindestens seit 1675 bekannt. Auch in Deutschland war sie früher verbreitet, so auch als „Zuckerbirne“. Doch bis vor kurzem galt sie als verschollen. Der Altbaum, von dem diese Sorte stammt, wurde ca.
2016 abgesägt.

Gestalt

klein bis mittelgroß, birn- bis kegelförmig

Fleisch

mattweiß, etwas körnig, wenig saftig, deutlich riechend, von eigenartigem, gewürzhaftem Geschmack.

Reife

Mitte September, etwa 14 Tage haltbar.

Verwendung

Tafelbirne, hervorragend auch als Dörrfrucht sowie für die Küche.

Baum

breitkronig, groß und alt werdend; bevorzugt mildes Klima.

Herkunft

Ottmarsfeld.

137 - Storchschnabelbirne

Russelet aus Reims

Früherer Name: AT Zuckerbirne (Ottmarsfeld). Weitere Bezeichnungen: .

Die „Rousselet de Rheims“ ist für die Franzosen eine Nationalfrucht. Sie spielt damit eine ähnliche Rolle als wie für die Deutschen früher der Edelborsdorfer. Die „Franzosenbirn“, wie sie früher oft genannt wurde, beschrieb bereits 1779 der Würzburger Hofgärtner Mayer in seiner „Pomona franconica“. In Frankreich war die Sorte jedoch mindestens seit 1675 bekannt. Auch in Deutschland war sie früher verbreitet, so auch als „Zuckerbirne“. Doch bis vor kurzem galt sie als verschollen. Der Altbaum, von dem diese Sorte stammt, wurde ca.
2016 abgesägt.

Gestalt

klein bis mittelgroß, birn- bis kegelförmig

Fleisch

mattweiß, etwas körnig, wenig saftig, deutlich riechend, von eigenartigem, gewürzhaftem Geschmack.

Reife

Mitte September, etwa 14 Tage haltbar.

Verwendung

Tafelbirne, hervorragend auch als Dörrfrucht sowie für die Küche.

Baum

breitkronig, groß und alt werdend; bevorzugt mildes Klima.

Herkunft

Ottmarsfeld.

138 - Sußbirne

Sußbirne

Unter den vergleichsweise wenigen echten Lokalsorten ragt die Sußbirne als mehrere Jahr­hunderte alte „fränkische Nationalfrucht“ heraus. Die Nachrichten über die „edle Holzbirne“ sind spärlich, da sie meist von den Landleuten selbst vermehrt wurde. Nur in einem Katalog einer Cadolzburger Baumschule von 1852 wird sie als „Wahre kleine Sußbirne“ angeboten. Es gibt riesige Bäume der Sußbirne, die 300 Jahre alt sein sollen. Im Landkreis existieren noch etliche Altbäume, die allesamt schon ein Alter von mindestens 100 Jahren haben.

Gestalt

klein, breit-rundlich, mit langem Stiel.

Fleisch

gelblichweiß, körnig, herbsüß, etwas bocksartig.

Reife

Oktober, etwa vier Wochen haltbar.

Verwendung

früher Koch- und Dörrbirne, heute als Most- und hervorragende Brennbirne.

Baum

sehr stark wachsend, eichenartige Bäume bildend.

Herkunft

Weimersheim.

140 - Haberbirne

Haberbirne

Früher war die Haberbirne die am meisten verbreitete Frühbirne im Landkreis. Erstmals er­wähnt wurde sie in einer Sortenempfehlung des Gnotz­heimers Leonhard Koch aus dem Jahr 1855. Sonst kommt diese Sorte in der pomologischen Literatur nicht vor. Ein Baum der Haberbirne bei Memmingen zeigt jedoch, dass es sich nicht um eine Lokalsorte handeln kann. Markante Altbäume stehen noch in Weimersheim, Alesheim, Kehl, Neufang bei Treuchtlin­gen, Gräfensteinberg, Trendel und bis vor einigen Jahren auch in Emetzheim und bei Gun­delsheim a. d. Altmühl.

Gestalt

klein, flachkugelig.

Fleisch

Geschmack süßlich, wenig Aroma.

Reife

Anfang August.

Verwendung

Tafelobst zum Frischessen, auch zum Dörren.

Baum

wächst mittelstark, bildet eine kugelige Krone aus.

Herkunft

Gundelsheim, Kehl oder Weimersheim.

141 - Sophienhöhe-Honigbirne

Sophienhöhe-Honigbirne

Ein kleiner bis mittelgroßer Baum steht an der Sophienhöhe westlich von Weimersheim. Der verstorbene Sortenkenner Paul Hemmeter aus Weimersheim benannte die Birne mit dem Allerweltsnamen „Honigbirne“, der in der Pomologie als Doppelname für zahlreiche Sorten bekannt ist. Der einzige Altbaum dieser Art konnte bisher pomologisch nicht identifiziert werden.

Gestalt

klein, rundlich bis kreiselförmig.

Fleisch

sehr saftig, süß, etwas gerbstoffhaltig.

Reife

Ende September.

Verwendung

Tafelbirne, vermutlich auch gute Brennbirne.

Baum

klein bis mittelgroß.

Herkunft

Sophienhöhe Weimersheim.

142 - Trumbirne

Trumbirne

Früherer Name: AT Grüne Plumpbirne (Polsingen) bzw. AT Kugelbirne (Ettenstatt). Weitere Bezeichnungen: Drummbirne, Trummbirne.

Die Trumbirne ist eine sehr alte Sorte ungewisser Herkunft. Sie wurde bereits 1814 erwähnt und ist höchst wahrscheinlich eine der wenigen fränkischen Lokalsorten. Der Schwerpunkt ihrer Verbreitung liegt im westlichen und südwestlichen Franken. Im Landkreis Weißenburg- Gunzenhausen sind noch ## Altbäume bekannt. Seit vielen Generationen wurde die Sorte jedoch nicht mehr empfohlen und vermehrt.

Gestalt

mittelgroß, stumpf kegelförmig bis eiförmig-rundlich; Schale gelb mit leuchtender orangerot verwaschener Deckfarbe, zahlreiche Schalenpunkte

Fleisch

gelblichweiß, grobzellig, saftig, Geschmack süßsäuerlich, leicht adstringierend

Reife

Mitte bis Ende August, ca. zwei Wochen haltbar VERWENDUNG    sehr gute Mostbirne, auch Einmach- und Dörrbirne

Verwendung

Mostbirne, früher wohl auch Tafelbirne.

Baum

bildet sehr starke langlebige, gesunde Bäume mit auffällig dicken Langtrieben

Herkunft

Ettenstatt (074) bzw. Polsingen (095).

143 - Promms Muskatellerbirne

Promms Muskatellerbirne

Lokalname: Muskatellerbirne (Wachstein-Bubenheim).

Von der Sorte sind im Landkreis drei Altbäume in Wachstein und bei Bubenheim bekannt. Aus Wachstein stammt der Name „Muskatellerbirne“, der eigentlich eine ganze Sortengruppe von Birnen bezeichnet. Auch aus Unterfranken ist die Sorte bekannt. Ein pomologischer Name konnte bisher noch nicht zugeordnet werden.

Gestalt

klein bis mittelgroß, kreiselförmig.

Fleisch

weiß, süß, von aromatischem Muskatellergeschmack, fast schmelzend.

Reife

Anfang bis Mitte August.

Verwendung

früh reifende, wohlschmeckende Tafelbirne.

Baum

mittelgroß, steil hochgehende Hauptäste.

Herkunft

Bubenheimer Berg.

144 - Rötelbirne

Rötelbirne (Polsingen-Trendel)

Lokalname: Rötelbirne (Polsingen-Trendel).

Die Sorte mit dem treffenden Lokalnamen konnte bisher nur im südwestlichen Landkreis am Riesrand aufgefunden werden. In Polsingen und Trendel sowie in Steinbühl und Wemding (Landkreis Donauwörth) wurde je ein Baum gefunden. Dort scheint die Sorte früher verbreitet gewesen zu sein, anderswo im Landkreis wurde sie nie gefunden. Pomologisch konnte die Sorte noch nicht identifiziert werden.

Gestalt

mittelgroß, lang kreiselförmig, oben schwach eingeschnürt, auffällig mittelbauchig., kreiselförmig.

Fleisch

weiß, saftig.

Reife

Mitte bis Ende August, wird schnell teigig.

Verwendung

Tafelbirne.

Baum

mittelgroß bis groß.

Herkunft

Trendel.

Der Obstsortengarten ist in drei Abteilungen gegliedert:

Hauptsorten:

In der Abteilung Hauptsorten der Obstarche befinden sich alte, ehedem stark verbreitete Apfel- und Birnensorten, wie z.B. der Edelborsdorfer, die inzwischen nur noch von wenigen Spezialbaumschulen bezogen werden können.

Regionale Sorten:

Bei den Regionalen Sorten sind noch bekannte und regional verbreitete Sorten, wie z. B. der Wettringer Taubenapfel zu finden. Aber auch alte wohl nur lokal verbreitete Sorten, wie der Hürther Apfel sind aufgepflanzt.

Unbekannte Sorten:

Viele Sorten jedoch, die oft noch mehrfach in den Dörfern, auf alten Obstwiesen und an alten Wegrainen zu finden sind, sind bisher ohne Namen geblieben. Diese noch unbekannten Sorten konnten bisher pomologisch keiner Hauptsorte zugeordnet werden. Etliche Sorten führen deshalb lediglich einen Arbeitsnamen. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei unbekannten Sorten fast immer um sehr alte, früher meist deutschlandweit verbreitete Hauptsorten handelt.  Deshalb ist zu erwarten, dass sich im Laufe der Zeit bei einigen der hier angepflanzten unbekannten Sorten Änderungen ergeben.

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